Unsere Helden 2018

Jeder kann ein Held sein – „auf einen blick“ ehrte „Helden des Alltags 2018“ in Hamburg

Schon zum sechsten Mal suchte die Programmzeitschrift Menschen, die durch ihr selbstloses Handeln und ihren persönlichen Einsatz im Alltag echte Vorbilder für die Allgemeinheit sind. Helden sind sie alle – die Menschen, die auf einen Blick Woche für Woche vorgestellt hat. Bei der „Helden“-Gala am 17. Oktober in Hamburg wurden fünf dieser Helden geehrt. Eine Redaktionsjury und die Leser von auf einen Blick haben die Gewinner ausgewählt.

  1. Preis: Dominik Lemcke (29) & Denise Soboll (28) aus Berlin
  2.  Preis: Hannah Schmidt (16) aus Schwerte in Nordrhein-Westfalen
  3. Preis: Projektgruppe „Soulkids“ aus Hamburg
  4.  Preis: Johanna (26) und Daniel Rosenkranz (28) aus Freiburg
  5. Preis: Benjamin Kennedy (35) aus Uganda

Lesen Sie hier auch alle weiteren Geschichten der nominierten Helden:

Benjamin-Kennedy-Skill-Up Gudrun Bauer Welthungerhilfe

Ausbildung statt Armut: Benjamin schafft mit „Skill Up!“ Zukunft für Uganda

Was in Uganda wirklich zählt, weiß Benjamin Kennedy am besten: eine Perspektive. Der 35-Jährige verlor mit 11 seine Mutter an Aids, kennt seinen Vater nicht. Doch er hat sich hochgekämpft, leitet heute in Fort Portal/Uganda die große Ausbildungs-Initiative „Skill Up!“ („Qualifiziere dich“), die Jugendlichen eine Berufsausbildung ermöglicht. „Ich will den Menschen in meinem Land etwas zurückgeben“, sagt er.

Daniel Johanna Rosenkranz Herz Transplantation Liebe

Große Liebe nach Transplantation

Johanna (26) und Daniel (28) leben beide mit Spenderherzen. Sie lernten sich bei einem Nachsorge-Termin kennen und sind seit Mai 2017 verheiratet. Gemeinsam engagieren sie sich für Organspenden, helfen Betroffenen und Angehörigen.

Soulkids Stiftung phönixx Krebs Komponieren dichten

Gemeinsam gegen die Trauer: Die Soulkids

Krebs kann tiefe seelische Wunden hinterlassen – das wissen die jungen Mitglieder der Hamburger Projektgruppe „Soulkids“. Manche von ihnen waren selbst erkrankt, andere haben nahe Verwandte verloren. Ihr gemeinsames Ventil ist die Musik. Füreinander da sein und zusammen schwere Zeiten verarbeiten, zu diesem Zweck komponiert und musiziert die 15-köpfige Gruppe.

Kim Denise Hausmann Multiple Sklerose pfelgt Mutter Hoffnung Pflege

MS-kranke Kim im Einsatz für Betroffene

Seit 13 Jahren ist sie schwer krank und leidet unter Multipler Sklerose (MS). Täglich ist Kim Denise Hansmann (21) chronischen Schmerzen ausgesetzt. Trotzdem hat sie ihre Mutter Heike (46) jahrelang zu Hause gepflegt und sich um ihren kleinen Bruder gekümmert. Heute arbeitet Kim Denise in einem Pflegedienst und moderiert die TV-Sendung „yoin“ (SPORT1), in der sie jungen Leuten mit Behinderung Mut macht.

Die gute Seele von Wuppertal

Sie ist alleinerziehend und hat drei Jobs – Evelyn Miß betreibt ein Lerninstitut, arbeitet im Offenen Ganztag an einer Grundschule und fördert im Programm „Deutsch für den Schulstart“ Grundschüler mit Flüchtlingshintergrund. Auch in ihrer Freizeit hilft sie ihren Mitmenschen, wo sie nur kann. Die 53-Jährige unterstützt bei Behördengängen, näht gerissene Hosen der Nachbarn und übernimmt auch mal die Bügelwäsche für Mütter von nebenan.

Susann und Ronny Kneipel Geschister Dialyse Nierenspende

Dafür ist er seiner Schwester auf ewig dankbar

Diagnose Zystenniere. An dieser Krankheit starb schon Ronny Kneipels Mutter. Auch seine Werte werden 2017 so schlecht, dass der 45-Jährige ein Spenderorgan braucht. Für seine Schwester Susann (40) stand sofort fest: Sie würde Ronny retten – und das obwohl sie selbst an gesundheitlichen Problemen leidet. Dank ihres selbstlosen Einsatzes kann Ronny jetzt seine Tochter aufwachsen sehen. „Susanne hat mir ein neues Leben geschenkt“, sagt er über die Heldin aus Sachsen.

Mutig, wie Hannah gegen Mobbing kämpft

Sie ist gerade mal 15 Jahre alt und trotzdem mutiger als manch Erwachsener. Hannah Schmidt kämpft gegen Mobbing, das heute vor allem im Internet stattfindet. Die Schülerin aus NRW berät die Opfer, wie sie sich stark machen können und welche Maßnahmen sie ergreifen können. Auch die Polizei war schon vor Ort. Doch wer glaubt, Hannah sei mit dieser Leistung zufrieden, irrt. Sie engagiert sich auch noch gegen Rassismus und als Pfadfinderin.

Haus der Hoffnung Frank und Nicole Pape

Dieses Paar erfüllt letzte Wünsche

Nach dem Krebstod seiner Tochter (15) schuf Frank Pape (48) gemeinsam mit seiner Frau Nicole (40) ein Haus der Hoffnung. Auf ihrem Hof, der allen in Not offen steht, kümmert sich das Paar um Schwerkranke, Trauernde, Opfer von Gewalttaten. Die Menschen, die zu dem ehrenamtlichen Seelsorger und seiner Frau kommen, können hier inmitten von Pferden , Hunden und der Natur einen kurzen Moment ihre Sorgen vergessen.

Eva kämpft mutig gegen Pflegemissstände

Eva Ohlerth (59) arbeitet seit 30 Jahren als Altenpflegerin. Was sie in den Heimen sah, hatte irgendwann mit Würde nichts mehr zu tun – fehlende Hygiene, kein liebes Wort, Betrug. Sie will nicht schweigen, sondern klagt öffentlich Missstände an. Sie ist heute als Coach aktiv, hilft Pflegekräften, Berufsaussteigern und Auszubildenden. Damit Pflege wieder würdevoller wird.

Mit 94 Jahren hilft sie Menschen in Not

Als Kriegskind weiß sie nur zu gut, was es bedeutet, nichts zu haben. Nie hat Friedl Wittmann die harten Jahre vergessen. Obwohl die Witwe mittlerweile 94 Jahre alt ist, hilft sie eifrig Menschen in Not – bei der Tafel in München. Die gute Seele verteilt Essen, deckt die Tische ein, kocht Kaffee und hat immer ein liebes Wort für die Bedürftigen. Seit stolzen 14 Jahren! Friedls schönster Lohn ist ein Lächeln, das Gebrauchtwerden ihr Jungbrunnen.

Dieser Mann rettete Frau und Kind vor dem Tod

Es war eigentlich ein traumhafter Tag. Frisch aus den Flitterwochen ging Dieter Kienle (58) einkaufen, als er auf dem Heimweg am Kanal gestoppt wurde. Eine ältere Frau schrie im Wasser um Hilfe und ein Kinderwagen trieb mit den Rädern nach oben. Dieter Kienle zögerte keine Sekunde, sprang in den Kanal. Er rettete die Oma und ihren Enkel gerade noch rechtzeitig vor dem Tod.

Er hilft einem Blinden, die Welt zu sehen

Er könnte in Ruhe seine Rente genießen, doch Herbert Swyter will lieber helfen. Der 66-Jährige zeigt dem blinden Jochen Ehlers (30) die Welt. „Das Reisen war immer schon eine Leidenschaft von mir und die wollte ich teilen“, so der ehemalige Flugzeugmechaniker. Herbert stieß auf den Reiseanbieter „Weitsprung-Reisen“, der ehrenamtlich Betreuer an Menschen mit Behinderung vermittelt. Daraus wurde eine innige Freundschaft.

Ein Beinbruch veränderte sein Leben für immer

Es war ein Beinbruch, der sein Leben für immer veränderte. Denn in der Klinik infizierte ein Keim Rayko Zenners Wunde. Plötzlich saß der 49-Jährige im Rollstuhl, Schmerzen bestimmten seinen Alltag. Zum Glück konnte sich der alleinerziehende Vater in dieser Zeit auf seine Töchter verlassen, die ihn trösteten und motivierten. Mittlerweile hat sich Rayko Zenner für eine Amputation entschieden. Er ist schmerzfrei und kann wieder ganz für seine Kinder da sein.

Dominik Lemcke Witwer Berlin Denise Soboll Kinder

Witwer mit 3 kleinen Kindern: Ohne Denise hätte ich das nicht geschafft

Sie waren so glücklich, freuten sich auf das dritte Kind. Doch dann bricht Franziska Lemcke (+) mit schlimmen Schmerzen zusammen. Diagnose: Pneumokokkeninfektion mit Hirnhautentzündung. Die junge Frau stirbt, das Baby wird per Kaiserschnitt geholt. Plötzlich ist Dominik Lemcke Witwer und alleinerziehender Papa von drei kleinen Kindern.

Familie Lange Adoption Behinderung

Sie haben ein besonderes Kind adoptiert

Fiete (10) leidet an frühkindlichem Autismus. Er ist hyperaktiv und zu 70 Prozent behindert, weil seine leibliche Mutter während der Schwangerschaft trank. Maria (44) und Thorsten Lange (46) haben den Jungen als Baby adoptiert. Um für ihn da zu sein, wie er es braucht, kündigten sie ihre gut bezahlten Jobs, zogen an den Stadtrand, nahmen viele finanzielle Einbuße in Kauf. Ihnen ist das egal: „Für uns ist er das perfekte Kind.“

Petra Liermann Flucht Eheman Gewalt Tochter Ägypten

Geflohen aus der Ehe-Hölle

Toller Job, neue Wohnung, Hochzeit, Mutterglück: Nach ihrer Auswanderung nach Ägypten scheint für Petra Liermann (47) alles perfekt. Doch nach der Geburt ihrer Tochter wendet sich das Blatt. Ihr ägyptischer Mann nimmt sich eine Zweitfrau, wird gewalttätig, sperrt sie sogar ein. Petra gelingt schließlich die mutige Flucht. Obwohl sie bis heute Morddrohungen bekommt, meistert die Wittenerin ihren Neuanfang in ihrer deutschen Heimat mit Bravur.

Familie Kreuzer Sohn Downsyndrom

Ihren kranken Sohn lassen Sie niemals im Stich

Seit 51 Jahren ist Renate Kreuzer (80) rund um die Uhr für ihren Sohn Frank (51) da. Denn: Frank leidet an einer schweren Form des Downsyndroms, wäre ohne seine Familie hilflos. Und obwohl die Betreuung oft ein Knochenjob ist und die Kreuzers früher sogar ausgegrenzt wurden, kam für Renate und ihren Mann Josef (81) ein Heim nie infrage. Auch jetzt in ihrem hohen Alter nicht! Diese Familienbande sind eben etwas ganz Besonderes.

Sie hilft Opfern von Verbrechen oder schweren Unfällen

Vanessa war eine bildhübsche junge Frau. Bis zu dem Tag, an dem ihr Ex-Freund sie aus Rache mit Säure übergoss. Doch die gebürtige Hannoveranerin (29) lässt sich von ihrem Schicksal nicht unterkriegen. Mit der Hilfe ihrer Familie kämpfte sie sich zurück ins Leben und betreut mit ihrer Stiftung „Ausgezeichnet“ Menschen, die ebenfalls mit Entstellungen leben müssen.

Vanessa Bosse mit ihren Eltern

Dieses Mädchen befreit die Welt vom Plastik

Vanessa Bosse ist erst neun Jahre alt, doch bereits eine ganz große Umweltaktivistin. Ihre Mission: die Welt vom Plastikmüll befreien. In ihrer Gemeinde Riegsee im bayerischen Garmisch-Partenkirchen hat die Schülerin schon zum zweiten Mal ein Mahnmal aus dem Müll des Dorfes errichtet. Außerdem stellt das Mädchen u.a. eigenes, umweltfreundliches Spülmittel her.

Familie Reiß-Naumann Demenz

Gemeinsam kämpfen sie gegen das Vergessen

Demenz: Silke Reiß-Naumann war erst 32 Jahre alt, als sie die Schockdiagnose erhielt. Sie verlor ihren Job und ihren Verlobten. Doch dann trat Karl-Heinz in ihr Leben.
Der Fels in der Brandung kümmert sich rührend um Silke, den Haushalt und die Familie. Die Liebe kennt eben keine Grenzen.

Schülerinnen Kinder Krebserkrankung

Schülerinnen spenden kleinen Patienten Trost und Freude

Jeden Dienstag kümmern sich die drei Mädchen um krebskranke Kinder, spielen und basteln mit ihnen. In diesen Momenten können die kleinen Patienten zumindest für eine Weile ihre Krankheit vergessen und einfach nur Kind sein.

Andreas Graf Überstunden spenden Sohn Leukämie

Seine Kollegen wurden zu Helden

Nachdem sein Sohn Julius (5) an Leukämie erkrankte, haben die Kollegen von Andreas ihre Überstunden gespendet, sodass der Montagearbeiter über ein Jahr für seinen krebskranken Sohn da sein konnte, ohne sich um das Geld sorgen zu müssen.