Mutig, wie Hannah gegen Mobbing kämpft

Viele Schüler leiden extrem unter Ausgrenzung und Unterdrückung – und sind ihrer Retterin für ihr Engagement umso dankbarer

Kinder können gemein sein. Das weiß jeder, der mal von Mitschülern gehänselt wurde. Was aber heute an Schulen los ist, geht darüber weit hinaus. Wie gut, dass zumindest die Schüler in Schwerte (NRW) auf eine Beschützerin zählen können.

Hannah Schmidt ist gerade mal 15 Jahre alt und trotzdem couragierter als manch Erwachsener. Wie an vielen deutschen Lehranstalten häufen sich auch in der Gesamtschule Gänsewinkel die Fälle von sogenanntem Cybermobbing. Vor allem Teenager werden dabei mit Beschimpfungen, Lästereien und sogar Drohungen im Internet gedemütigt. Für viele junge Menschen Teil des Alltags. Experten wissen, wie belastend das sein kann. Die möglichen Folgen: Depressionen, Essstörungen bis hin zu Selbstmordgedanken.

Doch Hannah kämpft dagegen an, auch wenn sie selbst damit zur Zielscheibe von Anfeindungen werden könnte. Mit ihrer Arbeitsgemeinschaft „Die Medienscouts“ macht sie sich für Betroffene stark. „Mir selbst ist noch kein Mobbing widerfahren. Doch ich habe erlebt, wie Opfer darunter leiden und wollte etwas tun“, so Hannah im Gespräch mit auf einen Blick. „Es ist natürlich einfacher, sich einem Schüler zu öffnen als den Lehrern“, erklärt sie.

Wer Cybermobbing erlebt hat, wird von ihr beraten, wie man sich jetzt am besten verhält und welche Maßnahmen ergriffen werden können. „Einmal war sogar die Polizei vor Ort.“ In Härtefällen kann Mobbing im Internet zur Straftat werden. Vor allem, wenn eine grobe Verletzung der Privatsphäre vorliegt.

Wer glaubt, Hannah wäre mit dieser Leistung zufrieden, irrt. Sie engagiert sich in der AG u. a. gegen Rassismus, und in ihrer Freizeit ist sie bei den Pfadfindern aktiv. Sie sagt: „Später möchte ich Ärztin werden.“ Eine echte Helferin eben …