MS-kranke Kim im Einsatz für Betroffene

Obwohl sie selbst an multipler Sklerose leidet, pflegte sie ihre Mutter – und kümmert sich heute um andere Kranke

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Sie sprüht vor Energie und strahlt viel Lebensfreude aus. Man merkt Kim Denise Hansmann (21) nicht an, dass sie seit 13 Jahren schwer krank ist und unter chronischen Schmerzen leidet. Kim hat multiple Sklerose (MS), eine Krankheit mit tausend Gesichtern, wie sie sagt. Denn Beeinträchtigungen und Krankheitsverlauf sind bei allen Patienten (in Deutschland rund 250 000 Betroffene) sehr unterschiedlich.

MS sind Entzündungen im Gehirn und Rückenmark, erklärt Kim. „Bei mir sitzen die meisten Entzündungsherde im Gehirn. Und diese Herde können auf alle Funktionen zugreifen. Ich könnte morgen aufwachen und blind sein. Es gibt bisher keine Heilung und keine Zukunftsprognose. Man kann mit MS alt werden. Es gibt aber auch sehr aggressive Formen.“

Kims Mutter Heike (46) leidet seit 25 Jahren an MS. Ihre tapfere Tochter hat sie jahrelang, so lange es eben ging, zu Hause gepflegt. Und: Kim fühlt sich für den jüngeren Bruder verantwortlich, weil Papa arbeiten muss. Dabei hat die Kämpfernatur selbst genug Probleme: „Ich habe beim Aufstehen Muskelkrämpfe, meine Beine fühlen sich an wie Muskelkater mit Blei gemischt.“

Sie lernte als Kind schon, sich Medikamente zu spritzen. Sie wurde von Mitschülern gemobbt, musste sogar die Schule wechseln. Ihr wurden schon so viele Steine in den Weg gelegt, wie manch 50-Jährigem nicht, sagt Kim, die sich intensiv mit ihrer Krankheit befasst und zum Beispiel über ihre Facebook-Seite „KimDeniseHansmann“ MS-Kranken Rat und Hoffnung gibt. „Aber ich will auch ein normales Leben führen. Vielleicht mal wieder eine neue Liebe finden“, sagt sie.

Vor allem aber will Kim helfen. Sie arbeitet jetzt für einen Pflegedienst, betreut kranke Menschen in ihrem Wohnort Staufenberg. Und sie moderiert die TV-Sendung „yoin“ (am 8.9., 9.30 Uhr, SPORT1), in der sie jungen Leuten mit Behinderung Mut macht. Woher sie all die Kraft nimmt? Kim: „Ich liebe mein Leben. Und ohne Krankheit wäre ich nicht so stark.“