Sie hilft Haustierhaltern in Not

Kara schenkt armen Frauchen und Herrchen neuen Lebensmut

Wer in Not gerät, kann sich seinen Hund oder seine Katze oft nicht mehr leisten. Die Hamburger „Tiertafel“ hilft

Kara Schott Tiertafel

Was für ein Andrang! Als wir bei der „Tiertafel“ in Hamburg ankommen, hat sich schon eine Schlange gebildet. Hunde dösen, während ihre Besitzer auf die Ausgabe von Futter & Co. warten. Und mittendrin in all dem Trubel sorgt eine Frau dafür, dass alles reibungslos läuft: Kara Schott (36). Ohne die junge Frau mit dem sonnigen Gemüt hätten sich viele dieser Menschen schon lange von ihren vierbeinigen Freunden trennen müssen.

Es sind Männer und Frauen, die unverschuldet in Not geraten sind. Die die Kosten für ihren Hund oder ihre Katze allein nicht mehr bewältigen können. Und für die es eine Katastrophe wäre, sich von ihrem Liebling trennen zu müssen. „Für die meisten hier ist das Tier der einzige Halt, den sie im Leben noch haben“, erzählt Kara im Gespräch mit auf einen Blick.

Seit 15 Jahren engagiert sie sich bei der „Tiertafel“, übernahm dann selbst die Leitung und sorgte dafür, dass die Einrichtung nicht geschlossen werden musste. Es ist die einzige dieser Art in der Stadt und eine von wenigen in Deutschland. Wer bedürftig ist, kann sich alle zwei Wochen Futter, Spielzeug oder Medikamente für sein Haustier abholen. Zusätzlich bietet ein Tierarzt günstig seine Dienste an. Die Regeln für die Ausgabe sind streng, wie Kara erklärt: „Nur wer beweisen kann, dass er das Tier schon hatte, bevor er bedürftig wurde, wird aufgenommen.“ Alles andere fände die Tierliebhaberin, die selbst zwei Katzen hat, unverantwortlich.

Doch für die Menschen, die auf ihre Hilfe angewiesen sind, gibt Kara alles! Sie ist die Erste vor Ort, organisiert die Futter- und Geldspenden, aus denen die „Tiertafel“ komplett finanziert wird, kümmert sich um die Freiwilligen. Und das alles neben ihrem Hauptberuf als Kosmetikerin. Das ist nicht immer einfach, aber: „Ich brauch das auch als Ausgleich. Die Menschen, die ich hier kennenlerne, sind einfach echter.“ Und sie wissen Karas Engagement zu schätzen. So wie Karin S., die heute mit ihrer Hündin Zara da ist. Seit Weihnachten kommt sie regelmäßig: „Das ist einfach eine große Erleichterung für mich. Und alle sind so lieb hier, da fühlt man sich richtig gut aufgehoben.“

Wer als Kunde der „Tiertafel“ infrage kommt, kriegt eine Chipkarte. Auf der ist vermerkt, welche Tiere es im Haushalt gibt und ob sie besonderes Futter brauchen. Das macht die Verteilung der Rationen leichter. Gut 500 Tierhalter werden hier an einem Ausgabetag bedient. Ihre Geschichten: alle unterschiedlich, aber immer bewegend. „Viele hier sind Leute, bei denen der liebe Gott anscheinend ganz oft weggeguckt hat“, sagt Kara. Manche haben ihren Job verloren, weil die Firma pleiteging oder weil sie einfach nicht mehr konnten. Die meisten sind Senioren, denen die Rente kaum zum Leben reicht.

Denen wegen einer Krankheit oder wegen gestiegener Mieten das ohnehin schon knappe Geld noch knapper geworden ist. „Dabei haben die meisten ihr ganzes Leben lang gearbeitet und ihren Teil für die Gesellschaft geleistet.“

Viele schämen sich dafür, dass sie die Hilfe der „Tiertafel“ überhaupt brauchen. Kommen erst, wenn es fast zu spät ist. Das Schönste ist für Kara deshalb, wenn ihr jemand erzählt, dass er in Zukunft wieder alleine für seinen Liebling sorgen kann: „Und das kommt gar nicht so selten vor.“

Auch Claudia P. kommt oft hierher. Ihre beiden Hunde Balu und Hugo sind ihr Ein und Alles. „Ich könnte mich nie von den beiden trennen“, sagt sie. Dank Kara Schott muss sie das in Zukunft wohl auch nicht.

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