Josefine Barbaric, Kindesmissbrauch, Prävention

Tapferer Kampf Kindesmissbrauch (Endziffer -12)

Josefine Barbaric (48) wurde als Kind schwer missbraucht – und hilft heute anderen Menschen in Not

Familie, Geborgenheit, Liebe – lange wusste Josefine Barbaric (48) aus Salach (Baden Württemberg) nicht, wie sich das anfühlt. Sie kam als Baby in ein Heim (ihre Mutter war überfordert), mit zweieinhalb in Pflegefamilien. Mit sechs begann dann ein Martyrium, das sie bis heute nicht loslässt, wie sie uns beim Besuch bei ihr erzählt: „Ich kam zu einer Pflegemutter, die mich immer wieder an Bekannte weiterreichte. Unterhose ausziehen, Zungenküsse, anfassen – das war normal.“ Für ihr erstes Mal mit 13 bekam die Pflegemutter Geld. „Da begann dann der schwere Missbrauch“, erzählt die gebürtige Frankfurterin. Er endete in der Zwangsprostitution – mit 17. Befreien konnte sie sich nur, weil ein mitleidiger Freier ihr 30 000 Mark schenkte.

Und heute? Ist sie Mutter zweier Söhne (8 und 23), hat einen Lebenspartner (44) und eine Mission: Kinderschutz! Sie arbeitet als Lehrkraft und Dozentin für Gewaltprävention, hat 2017 den gemeinnützigen Verein „Nein, lass das!“ gegründet. „Wir unterstützen Städte und Gemeinden bei der Planung von Präventionsveranstaltungen, denn Aufklärung schützt!“ Josefine hat Checklisten für Polizisten erarbeitet, coacht Eltern, Lehrer, Schulsozialarbeiter, Kita-Betreuer – damit Missbrauch frühzeitig erkannt und so Kinder gerettet werden können. Ihre Botschaft: „Betroffene Kinder sind auf mutige, couragierte Erwachsene angewiesen, weil sie die Gewalt von selbst nicht beenden können. Jede Bezugsperson, die aufgeklärt ist, ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.“ Josefine hat auch schon vielen Kindern und Jugendlichen helfen können, die sie über soziale Medien anschreiben. Sie selbst hat solche Zuwendung nie erlebt. Das möchte sie mit aller Kraft ändern: „Kinderschutz ist eine Haltung. Bereitschaft ist eine Haltung. Schaut hin, hört hin!“

Josefine Barbaric; Kindesmissbrauch; Prävention