Darlene Trost pflegt ihren Papa

„Papa, jetzt bin ich für Dich da!”

Stephan Trost braucht rund um die Uhr Pflege. Als seine Frau starb, zog Tochter Darlene wieder ein

Mit Anfang 20 wieder Zuhause einziehen? Alle Freiheiten aufgeben? Darlene Trost aus Eberbach in Baden-Württemberg zögerte keine Sekunde in dem Moment, in dem ihr Vater sie dringend brauchte.

Stephan Trost (54) benötigt seit fünf Jahren Pflege. Er leidet unter permanenten Schmerzen sowie unter starkem Muskelschwund. An manchen Tagen ist es so schlimm, dass der ehemalige IT-Administrator das Bett nicht verlassen kann. Auf eine Diagnose wartet er bis heute. Doch auch so weiß der 54-Jährige: Ohne Unterstützung daheim müsste er in ein Pflegeheim ziehen.

„Als meine Mama dann vor vier Jahren mit nur 49 Jahren plötzlich starb, stand für mich fest, dass ich für meinen Papa da sein will”, sagt Darlene zu auf einen Blick. Noch am selben Tag packte die heute 27-Jährige in ihrer Wohnung die wichtigsten Sachen zusammen. Seitdem kümmert sich die Heilerziehungspflegerin tagsüber um den Haushalt, übernimmt die Pflege und hilft beim Papierkram mit Behörden und Versicherungen. Und damit das Geld reicht, absolviert Darlene trotz Vollzeitpflege Nachtschichten in einem Pflegeheim.

Tagsüber pflegt sie ihren Vater, nachts arbeitet sie

Stephan Trost ist seiner Tochter unendlich dankbar. „In Worten kann ich nicht ausdrücken, was sie alles auf sich nimmt”, sagt er. Für Darlene ist das indes selbstverständlich. „Wir sind trotz allem glücklich”, sagt sie lächelnd. Und das ist für das starke Vater-Tochter-Gespann alles, was zählt.

Darlene Trost pflegt ihren Papa