Noah hilft mit Corona-Portal

Schule geschlossen? Da werde ich Corona-Held!

Noah Adler ist erst 15, aber er beweist in der schlimmsten Krise mehr Mut und Tatendrang als viele Erwachsene

Das Coronavirus erschüttert unseren Alltag, vor allem Ältere und Menschen mit Vorerkrankung sind durch die immer länger andauernden Maßnahmen stark eingeschränkt. Schon der Lebensmitteleinkauf oder der Gang zur Apotheke werden zur unüberbrückbaren Hürde. Wer hier kein Netz aus Familie und Freunden hat, der ist der Virus-Gefahr hilflos ausgeliefert. Für diese Menschen ist der 15-jährige Noah Adler aus Berlin ein echter Retter.

Als am 13. März die Schulen der Hauptstadt geschlossen wurden, freuten sich viele Jugendliche über die freie Zeit. Noah aber beschloss, diesen Umstand sinnvoll zu nutzen. In nur zwei Tagen stellte der Schüler, dessen Oma ebenfalls zur Risikogruppe gehört, die Internetseite „Coronaport“ auf die Beine. Hier können Besucher entweder ihre Hilfe anbieten oder Helfer suchen. Wer Rückhalt anbieten möchte, trägt in einem Formular ein, ob er beim Einkauf helfen, Kinder betreuen oder körperliche Arbeit verrichten kann. Wer Unterstützung sucht, bekommt über eine Liste Zugang zu passenden Helfern. „Ich baue Websites, seit ich 13 bin,“ sagt Noah zu auf einen Blick. „Und so ein Hilfsprojekt wollte ich schon immer mal starten.“

Mit dem Erfolg der Aktion hat er jedoch nicht gerechnet. Über 2500 Leute haben sich bisher in der Datenbank registriert. „Ich bekomme so viele Nachrichten von Leuten, die sich bedanken. Das ist irre.“ Vor allem Familien, die auf der Seite Hilfe für ältere Angehörige gefunden haben, melden sich.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Noah sozial engagiert: „Ich helfe auch oft beim DLRG und ASB Sanitätsdienst aus.“ Seine Freunde finden seine Aktion super. Viel Kontakt haben sie allerdings im Moment nicht. „Wir telefonieren ab und zu oder nutzen Video-Chat“, sagt der Schüler. Ansonsten hat er mit der Internetseite gerade alle Hände voll zu tun. Kann er sich denn eine berufliche Zukunft in dem Bereich vorstellen? „Eher nicht. Ich möchte gern Medizin studieren.“ Seine Eltern sind beide Ärzte. „Ich würde aber gern meine Computerkenntnisse in medizinischen Bereich einsetzten. Da könnte man noch so viel entwickeln.“

Sorgen um seine Gesundheit macht er sich wegen Corona nicht, andere Dinge verunsichern Noah Adler schon: „Ich bin beunruhigt, was die medizinische Versorgung und die schulische Zukunft angeht.“ Bei einer Sache ist er sich aber sicher: „Wir waren alle noch nie so dankbar für das Internet.“ Vor allem, wenn junge Leute wie er das Netz in Krisenzeiten für solch eine gute Sache nutzen. Dann sieht die Zukunft doch schon viel rosiger aus.

Noah Adler entwickelt Coronaport