Katrin Biber Seelensport

Nach Familiendrama hilft Katrin jetzt anderen Trauernden

Katrins Schwester wurde vom Ex-Freund ermordet. Lange war sie in Wut und Verzweiflung gefangen, bis sie eine ungewöhnliche Therapie entwickelte.

Das ist unerträglich und treibt einen in den Wahnsinn. Manchmal hat man das Gefühl, man würde am liebsten gegen eine Wand rennen.“ Wenn Katrin Biber (34) gegenüber auf einen Blick den Tag beschreibt, der ihr Leben für immer veränderte, brennen sich ihre Worte ins Herz. Es war der Tag, an dem ihre kleine Schwester Larissa von einem Tag auf den anderen spurlos verschwand.

Für Tirolerin Katrin und ihre Familie begann ein „permanentes Hin- und Herspringen zwischen Angst und Hoffnung“. Doch nach einer intensiven, zweiwöchigen Suche stirbt am 27.09.2013 jede Hoffnung: Larissa ist tot. Von ihrem Ex-Freund eiskalt erwürgt und skrupellos im Inn „entsorgt“. Der damals 24-Jährige war krankhaft eifersüchtig, Larissa sollte niemandem gehören, außer ihm. Das Todesurteil für die 21-Jährige.

Katrin fällt in ein tiefes Loch, weiß nicht, wohin mit ihrer Trauer. Die damalige Studentin hat zu dem Zeitpunkt keine Kraft mehr und das Gefühl, „ständig eine Last zu sein“. Sie sucht händeringend nach Angeboten, um ihre Trauer, die sie auch körperlich an den Abgrund treibt, zu bewältigen. Aber ohne Erfolg. Aufgeben, sich fallenlassen in den Sog der Tränen will sie nicht: Katrin gründet stattdessen vor knapp zwei Jahren den „Seelensport“. Dieser hilft den Teilnehmern, die Trauer durch Bewegung zu bezwingen.

Anders als bei normalen Sportarten ist Weinen und über seine Gefühle zu sprechen hier ausdrücklich erwünscht: „Für die Trauernden fühlt es sich so an, als würden alle Gefühle im Körper festsitzen“, erklärt die ausgebildete Personal-Trainerin. Und um den Körper von diesen Gefühlen zu befreien, ist „Seelensport“ genau das Richtige. Doch Katrin hat auch noch weitaus größere Ziele: „Ich möchte Veränderungen in der Gesellschaft schaffen, damit sich der Umgang mit der Trauer verändert. Ich möchte Betroffene erreichen und ihnen zeigen, dass es Hoffnung gibt.“

Katrin Biber Seelensport