Marie Dennemärker Corona Tod Vater

Nach Corona-Tod des Vaters kämpft Marie für ihre Geschwister

Das Coronavirus nahm Familie Dennemärker den Vater, ihren Fels in der Brandung. Doch Tochter Marie kämpft für einen Neuanfang und mehr Rücksichtnahme

Papa muss getestet werden.“ Als Marie bei der Arbeit diese Nachricht ihrer Mutter liest, ahnt die 19-Jährige nicht, das dieser eine Satz ihr Leben wie ein Kartenhaus zusammenfallen lassen wird. Sie und ihre Familie hatten ein normales Leben geführt, zusammengehalten, auch wenn es mal schwer war. „Dann bekam mein Vater Halsschmerzen und Husten.“

Als klar wurde, dass Robert Dennemärker keine Erkältung, sondern das Coronavirus erwischt hatte, begann ein Kampf gegen einen übermächtigen Gegner. Nach fünf Wochen im Krankenhaus starb der Familienvater am 26. April.

So sehr Marie selbst unter dem Verlust leidet, so sehr bewegen sie vor allem die seelischen Qualen der anderen. „Meine kleinen Geschwister Lisa (14) und Finn (11) werden ohne ihren Vater aufwachsen. Meine Mutter verliert ihren geliebten Mann und auch finanziell wissen wir momentan nicht, wie es mit uns weitergehen wird, denn mein Vater war der Hauptverdiener.“ Marie will kämpfen, für ihre Familie, für Papa, der für sie Freund wie Held war, der sechs Tage die Woche 14–16 Stunden schuftete, um die Familie zu ernähren. Marie tröstet ihre Geschwister, hilft bei der Versorgung und arbeitet neben ihrer Ausbildung zur Erzieherin als Aushilfe im Supermarkt. Für die Familienkasse. Unterstützt wird sie von der großen Schwester Franziska (22), die ins Elternhaus zurückgezogen ist.

Außerdem hat es sich Marie zur Aufgabe gemacht, die Menschen aufzurütteln. Sie träumt von einer Welt, in der Rücksicht keine hohle Phrase ist. Ihre Geschichte soll „ein Appell an diejenigen sein, die die zerstörerische Kraft des Virus immer noch verharmlosen.“ Bei Facebook und in einem Internet-Tagebuch schildert sie daher schonungslos die Leidensgeschichte ihres Papas. „Denn ein Schicksal wie das meiner Familie und meines Vaters wünsche ich niemandem!“

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