NIna Böhmer Krankenschwester Bezahlung

Mutige Krankenschwester kämpft für bessere Bezahlung

Musste erst eine Pandemie ausbrechen, damit die Politik auch nur erahnt, was Klinikpersonal jeden Tag und jede Nacht leistet? Das fragen sich all die Pfleger und Krankenschwestern, die von Zimmer zu Zimmer hechten, die Doppelschichten schieben, die zu Helden werden für unsere Mütter, Kinder, den Nachbarn, uns! Und das nicht erst seit Corona.

Eine, die ihre Stimme laut erhebt, ist Krankenpflegerin Nina Magdalena Böhmer (28) aus Berlin. Ohne Beschönigung prangert sie im Internet die Missstände an: von der schlechten Bezahlung, der jahrelangen Gleichgültigkeit der Minister bis hin zu fehlenden Schutzmaßnahmen für das Klinikpersonal in der Coronakrise. „Wir sind doch keine Superhelden und können uns genauso anstecken“, findet Nina deutliche Worte im Interview mit auf einen Blick.

Jüngste Entscheidungen von Gesundheitsminister Jens Spahn und Co., etwa die Personaluntergrenze in der Notlage anzupassen, hält sie für unzureichend. Und: Sie ist sich sicher, dass nach Corona alles wieder sein wird wie vorher. „In der Politik geht es nur ums Geld. Wir werden auch weiterhin kaputtgespart.“ Fachkräfte wie Pfleger und Schwestern verdienen als Einsteiger etwa 2000 bis 2400 Euro Brutto, mit vielen Jahren Berufserfahrung 3200 Euro brutto pro Monat, je nachdem für welche Klinik oder welches Heim sie tätig sind.

Nina träumt von einer Welt, in der wir alle aufstehen und uns gerade machen für die, die unser Leben retten. „Petitionen an den Bundestag zu unterzeichnen“ oder „öffentlich protestieren“: Das wünscht sich die junge Frau, denn ihr und den Kollegen selbst sind in Sachen Demos oft die Hände gebunden: „Eigentlich müssten wir so streiken, wie es die Fluggesellschaften tun. Aber wie sollen wir das machen, ohne die Patienten zu gefährden?“

Und die Patienten sind es, warum Nina Krankenschwester geworden ist: „Ich liebe den Bezug zu den Menschen und dass ich sie ein Stück in ihrem Schicksal begleiten kann.“ Doch schon mit Beginn der Ausbildung wurde sie mit den Missständen konfrontiert. Viele Kollegen haben sie damals sogar gefragt, ob sie sich bei der Jobwahl auch wirklich sicher sei. „Aber ich hatte mich in den Beruf verliebt.

Die Kollegen aus der Berliner Klinik sind es auch, die zu 100 Prozent hinter Nina und ihrer Mission stehen. Und bald hoffentlich viele weitere Menschen, die sie bei ihrem Kampf um eine Veränderung unseres Gesundheitssystems unterstützen.

NIna Böhmer Krankenschwester Bezahlung