Renate Foppe hilft anderen Missbrauchsopfern

Missbrauchsopfer hilft jetzt anderen Betroffenen

Scham und Hilflosigkeit – das ist es, was Opfer sexueller Gewalt meist verspüren. Gefühle, denen Renate Foppe (59) in ihrer Selbsthilfegruppe in Borghorst (NRW) voller Einfühlsamkeit entgegentritt. Bei ihr muss sich niemand verstecken.

Renate weiß, wie die Frauen, die zu ihr kommen, empfinden. „Ich wurde schon als Kind missbraucht. Später auch von meinem Ehemann“, erzählt die zweifache Mutter auf einen Blick. „Es hat lange gedauert, bis ich mich traute, zu gehen“. Als sie die Kraft dazu fand, merkte sie jedoch schnell: Für Frauen wie sie gibt es außer den üblichen Therapiestunden nur wenig Unterstützung. Deshalb beschloss sie vor zwei Jahren, eine Selbsthilfegruppe zu gründen.

„Wir sind im Moment acht Frauen jede Woche“, erzählt Petra Meyer (49). Sie wurde als Kind von ihrem Vater missbraucht. „Die Frauen, hier wissen, was ich durchgemacht habe. Das kann sonst niemand nachvollziehen.“ Das sagt auch Silvia Hundeler (47). Sie wurde von einem Nachbarn vergewaltigt. Konnte lange aus Angst kaum das Haus verlassen. „Seit ich in der Gruppe bin, mache ich wieder viel mehr. Der Zusammenhalt gibt mir viel Kraft. Ich bin so dankbar dafür.“ Es gibt bei den Treffen aber nicht nur traurige Momente. „Wir sitzen nicht die ganze Zeit im Kreis und weinen. Es gibt auch Tage, da reden wir einfach Unsinn und lachen gemeinsam.“

Neben der Hilfe für die Frauen will Renate vor allem das Thema sexuelle Gewalt aus der Verschwiegenheit holen. „Viele trauen sich nicht, um Hilfe zu bitten, weil sie Angst vor den Reaktionen haben.“ Bei Renate können sie aber sicher sein, dass immer ein offenes Ohr auf sie wartet.

Renate Foppe hilft anderen Missbrauchsopfern