Marions Sohn rettete sieben Menschen

Mein verstorbener Sohn rettete sieben Menschen

Marion Strauß verlor ihr einziges Kind – heute setzt sie sich für Organspende ein

Es sagt alles über den Charakter eines Menschen aus, wenn er in seiner schwersten Stunde an andere denkt. Marion Strauß (62) aus Dresden entschied sich vor zwölf Jahren nicht nur dafür, die Organe ihres Sohnes zu spenden, sie macht sich bis heute für das Thema stark.

Martin war erst 22 Jahre alt, als ein damals ebenfalls 22-Jähriger mit seinem Auto in die Gruppe Männer fuhr und Martin erfasste. Er stürzte und sein Gehirn wurde irreversibel geschädigt. „Die Ärzte hatten alles versucht, aber die Verletzungen waren zu stark”, erzählt Marion beim Besuch von auf einen Blick. Als der Arzt ihr die furchtbare Nachricht überbrachte, lautete eine ihrer ersten Fragen: „Kann Martin seine Organe spenden?”

Ungewöhnlich? „Nein!”, findet Marion. Sie sagt: „Martins Tod war so sinnlos, dass seine Organe anderen Menschen eine Chance geben, das macht indes Sinn.” Sieben Menschen hat Martin das Leben gerettet. Marion ist sich sicher, er hätte das gewollt: „Er war Blutspender. Und wenn für ihn diese Chance bestanden hätte, wäre ich auch voller Hoffnung gewesen.”

Marion beteiligt sich am „Netzwerk Spenderfamilien” und unterstützt die Deutsche Stiftung Organtransplantationen (DSO), u.a. mit Vorträgen für Ärzte über Spender und ihre Familien. Und sie will sensibilisieren: „Redet über Organspende, auch wenn es die meisten glücklicherweise nie betreffen wird!” Doch nur der offene Austausch hilft Angehörigen in der schwersten Stunde, eine Entscheidung zu treffen.