Erst rette ich meinen Sohn – und dann alle Klinikkinder! (Endziffer -16)

Daniel brauchte dringend ein Spenderherz. Mama Diana kämpfte erst für ihn – und jetzt für alle, die auch ein Organ brauchen

Nie wird Diana Dietrich den 23. Oktober 2018 vergessen: den Tag, an dem ihre Welt zerbrach und der sie zu einer Heldin machte – für Söhnchen Daniel und für viele andere, die auf ein Spenderorgan hoffen.

Um fünf Uhr morgens entdeckten die 38-Jährige und ihr Freund Christian (37), dass Daniel, damals zehn Monate, weiß wie die Wand war, während er tapfer die besorgten Eltern anlächelte. „Wir sind sofort ins Krankenhaus gefahren“, erzählt Diana Fernsehwoche. Nach dem Ultraschall sagte der Arzt das Unfassbare: „Ihr Sohn ist todkrank“. Ein Rettungshubschrauber flog Daniel und Diana zu Spezialisten nach München.

Die LMU Klinik, Standort Großhadern, oder besser: ein Zimmer auf der Kinderkardiologie und Pädiatrischen Intensivmedizin, war seitdem Daniels Zuhause. Rund zweieinhalb Jahre lang. Es ist fast das ganze Leben des Dreijährigen. Er überlebte dort Tag für Tag dank eines Kunstherzens, und weil die Ärzte bei Notfällen immer wieder das Richtige getan haben. Diana und Daniel ertrugen gemeinsam den unwirklichen Alltag. Sie wussten: Nach Hause dürfen sie erst, wenn Daniel ein Spenderherz hat. Diana fand auch Zeit für eine wichtige Mission: über Organspende aufklären. Menschen motivieren, sich damit auseinanderzusetzen, und Ängste zu nehmen. Mit ihren Beiträgen im Internet (u.a. bei Instagram, Herzbubedaniel) erreicht sie fast 100 000 Menschen und hat wohl schon so machen Patienten auf der Warteliste das Leben gerettet, weil ihre Beiträge bewegen. Etwa mit Fakten: Dass täglich drei Menschen in Deutschland auf der Warteliste sterben. Oder mit rührenden Berichten aus Daniels Klinikalltag. Einem Leben ohne Spielplatz, ohne Ausflug in den Zoo.

Bis zum 25. Juni 2021 – als es für Daniel endlich ein Spenderherz gibt. Auch diesen Tag wird Diana niemals vergessen: Den Tag, der ihre Welt heilte – dank einer Familie, die in tiefster Trauer eine selbstlose Entschiedung traf und für sie zu Helden wurde. Diana sagt: „Nicht nur heute, sondern bis zu meinem letzten Atemzug, werde ich der Spenderfamilie dankbar sein. Dankbar, dass sie in ihrer dunkelsten Stunde unserem Daniel eine zweite Chance geschenkt haben.“