Manuela Grußie, Floristin, Syrien, Mayaz, Ausbildung

Diese Frau macht Lebensträume wahr (Endziffer -08)

Endlich! Mayaz darf bei uns bleiben

Dass die junge Frau aus Syrien endlich eine Zukunft hat, verdankt sie Manuela Grußie

Manuela Grußie (44) und Mayaz fallen sich in die Arme. Zwei Jahre voller Angst, Sorgen, Enttäuschungen und Rückschläge haben ein Ende. Manuela konnte nach ungezählten Stunden mit Telefonaten und Papierkram schließlich dank einer Petition an den bayerischen Landtag erwirken, dass Mayaz in Deutschland bleiben und in Manuelas Blumenbinderei in Furth eine Ausbildung zur Floristin machen darf.

„Ich bin so froh, ich verdanke Manuela alles!“, sagt Mayaz zu auf einen Blick. Die 17-Jährige weiß, die Ausbildung ist ihr Schritt in eine stabile Zukunft – nach vielen Jahren, in denen die junge Frau oft nicht wusste, wie es am nächsten Tag weitergeht. „Das hat mir immer die größte Angst gemacht hat“, sagt sie.

Und Mayaz weiß, was Angst bedeutet. Zwei Jahre erträgt sie in der syrischen Heimat den Krieg, bis die Familie 2013 flüchtet. Sie retten sich erst in den Libanon. Dann geht es 2018 über Spanien nach Bayern.

Mayaz und ihre Familie fühlen sich sofort wohl. „Ich mag die Menschen, die Sprache und die Landschaft“, sagt Mayaz. Nun darf sie mindestens drei Jahre bleiben, um ihre Ausbildung zu absolvieren. Doch uneingeschränkt ist die Freude leider nicht: Mayaz‘ Schwester, deren Mann und Tochter (3) dürfen nicht bleiben. Sobald Mayaz volljährig ist, müssen auch ihre Eltern und der kleine Bruder (10) zurück nach Spanien (laut Asylrecht das für sie zuständige Land) – obwohl auch die Männer Jobangebote haben und ihre Familien ernähren könnten. Aber so lange Manuela da ist, hat Mayaz noch Hoffnung. Denn die, das hat sie doppelt und dreifach bewiesen, gibt so schnell nicht auf!

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