Dass Fiona lächeln kann, verdankt sie Mamas Kollegen (Endziffer -03)

Als ihr Kind an Leukämie erkrankte, wurden Mutter Daniela (38) Urlaubstage für viereinhalb Jahre gespendet

Wenn das eigene Kind schwer krank ist, dann bricht für Eltern eine Welt zusammen – wie ein Spiegel in Tausende von Einzelteilen, die sich scheinbar nie wieder kitten lassen. So ging es auch Daniela (38) und David Berlit (41), als ihre Tochter Fiona an Leukämie erkrankte. Doch die Familie aus dem bayerischen Egling wurde in tiefster Not aufgefangen – von 430 Arbeitskollegen.

Im November letzten Jahres bekam die heute Vierjährige die schlimme Diagnose und Daniela, die jede Sekunde an der Seite ihrer Tochter sein wollte, kratzte ihren Resturlaub zusammen – der schnell aufgebraucht war. Arbeiten zu gehen und Fiona zeitweise allein zu lassen, das schien ihr undenkbar. Ihr Mann war jedoch als Lkw-Fahrer ständig auf Achse. Und ohne das Gehalt als Verkäuferin beim Dänischen Bettenlager würde es auch nicht gehen.

Während die zweifache Mutter verzweifelte, schmiedete ihre Kollegin und Freundin Claudia Seeltentag bereits mit den anderen Mitarbeitern einen Plan. Sie sagt zu auf einen Blick: „Der Schock saß auch bei uns tief. Nachdem wir uns wieder einigermaßen gefangen hatten, war sofort klar: Wir wollen helfen!“ Sie starten einen Aufruf bei allen Mitarbeitern der Einrichtungskette. Und die Resonanz ist gewaltig. 430 Mitarbeiter spenden Urlaubstage und Überstunden. Insgesamt kommen vier Jahre und sechs Monate zusammen. Daniela Berlit: „Ich saß im Krankenhaus, als ich es erfuhr und habe vor Freude geweint.“

Die kleine Fiona nutzt die Kraft, die ihre Mama ihr täglich geben konnte. Seit einigen Wochen ist das tapfere Mädchen krebsfrei. Die Chancen stehen gut, dass sie bald wieder ganz gesund wird. Daniela Berlit will dann wieder arbeiten gehen. Ihren Resturlaub von mehr als drei Jahren gibt sie zurück, damit andere Kollegen ihn nutzen können, sollten sie in eine ähnliche Situation kommen wie sie.