Dieses Paar erfüllt letzte Wünsche

Frank und Nicole Pape haben ihr ganzes Leben geändert, um Menschen in Not zu helfen …

Frank Pape (48) und seine zweite Frau Nicole (40) haben ein kleines Paradies geschaffen für Menschen, mit denen Krankheit und Verlust hart ins Gericht gehen. Alles hier wirkt friedlich und idyllisch: vier Pferde auf der Koppel, die quirligen Hunde Tequila und Rufus. Die Papes selbst empfangen alle Besucher herzlich.

Der kleine Reiterhof der beiden ist ein besonderer Ort. Seit vier Jahren nehmen sie ohne Vergütung Menschen bei sich im Haus auf, die ein schweres Schicksal durchleiden – Sterbende, Missbrauchsopfer, Attentatsüberlebende oder Trauernde (ihr Verein „Ein Lächeln für Dich e. V.“ ist auch auf Spenden angewiesen).

Auslöser für Frank Papes Entscheidung, einen Ort für verzweifelte und kranke Menschen und eine Art Hospiz im familiären Rahmen einzurichten, war das tragische Schicksal seiner Tochter Stefanie (15). Sie war unheilbar an Krebs erkrankt und hatte noch einen letzten Wunsch: Sie wollte bei ihrer geliebten Stute Luna sterben. 296 Tage begleiteten die Papes das Mädchen bis zu ihrem Tod an Lunas Seite. Wie stark Stefanie bis zuletzt war, wurde in Papes Buch „Gott, du kannst ein Arsch sein“ (Heyne-Verlag) verewigt.

Sie haben ihre Aufgabe nicht völlig unvorbereitet begonnen, erklärt Frank Pape: „Es ist schwer, an den Geschichten unserer Gäste nicht zu zerbrechen.“ Er arbeitet inzwischen seit vielen Jahren in der Präventionsund Jugendarbeit sowie als Feuerwehrund Notfallseelsorger. Er ist aktiv in der Hospizarbeit und begleitet sterbende Patienten – und das neben seinem Beruf als Vorstandsberater im Bereich Vertrieb. Und er weiß, welche große Bedeutung gerade Pferde und Hunde bei der Betreuung von kranken Menschen haben: „Unsere Tiere spüren sofort, wenn es Menschen nicht gut geht. Sie bereiten unseren Gästen Glücksmomente, wie wir sie ihnen niemals geben könnten.“

Zum Beispiel den Kindern der Familie Reintanz, die vier Tage zu Besuch war. Thorben (8), der jüngere Sohn, hat einen inoperablen Tumor im Kopf. Seine Chemotherapie war noch nicht abgeschlossen. Aber der Junge lebte hier auf dem Hof auf. Seine Mutter Silke (39) sagt: „Die Papes haben uns in ihre Familie aufgenommen. Sie haben uns verwöhnt und sogar Frühstück aufs Zimmer gebracht. Unsere Söhne sind geritten und haben am Lagerfeuer gesungen. Wir konnten so unseren schweren Alltag vergessen. Es ist wundervoll, was Frank Pape und seine Frau Nicole leisten.“ Sie bleiben auch nach ihrer Abreise in Kontakt mit Frank Pape, der ein guter Zuhörer und Ratgeber ist.

Der Neustart mit Nicole und mit ihren besonderen Gästen hat mit seinem früheren Alltag nichts mehr zu tun. Er hat als Topmanager viel und gerne gearbeitet. Aber er hat sich in seiner Arbeit verloren und dafür auch einen hohen Preis gezahlt. Seine Ehe ist zerbrochen.

Die endgültige Wende zu seinem zweiten Leben leiteten zwei gute Freunde ein. Sie warfen ihm ehrlich und direkt vor, wie sehr er sich verändert hatte: Ein herzloser Egoist sei er geworden. Das saß tief. Die Botschaft kam an.

Heute denkt Frank Pape mehr an andere als an sich selbst. Er sagt: „Ich will Gutes tun und bekomme viel Liebe zurück.“