Dafür ist er seiner Schwester auf ewig dankbar

Susann Kneipel (40) hat ihrem Bruder Ronny (45) eine Niere gespendet – und ihm so das Leben gerettet

Ronny Kneipel (45) kommt vom schönsten Urlaub seines Lebens zurück. Mit Ehefrau Ines und Töchterchen Luisa (5) war der Raumausstatter aus Meerane (Sachsen) in Niendorf an der Ostsee. Traumhaft schöne und entspannte Tage. Denn Ronny feiert mit seiner Familie sein zweites Leben: Am 15. März wurde ihm an der Uniklinik Dresden eine Niere seiner Schwester Susann (40) übertragen. „Ein Glücksfall“, sagt Ronny.

„Meine Schwester hat mir ein neues Leben geschenkt. Ohne sie hätte ich sieben Jahre auf eine Spenderniere warten müssen. Wer weiß, ob ich das überhaupt erlebt und überlebt hätte.“

8000 Dialyse-Patienten warten in Deutschland auf eine neue Niere. Und die Zahl der Spender ist rückläufig: Nur noch 800 Organspenden gab es 2017.

Dass er ein Fall für Dialyse und Transplantation sein wird, wusste Ronny schon mit 16. Da bekam er die Diagnose „Zystenniere“, eine der häufigsten Erbkrankheiten. Aber ihr Verlauf ist schleichend, lange unauffällig, und es dauert oft Jahrzehnte, bis die Nierenfunktion so eingeschränkt ist, dass regelmäßige Blutwäsche und Transplantation lebensnotwendig sind.

Ronny hat die Krankheit von seiner Mutter geerbt. „Unsere Mutti war zehn Jahre an der Dialyse“, erinnert sich Susann. „Sie war transplantiert, aber ihr Körper hat die Niere eines fremden Spenders leider abgestoßen.“ Sie starb mit 60.

2017 wurden Ronnys Nierenwerte extrem schlecht. Er hatte bis dahin noch keine Dialyse, die Transplantation sollte die Rettung sein.

Aber es gab ein Problem: Bei Susann wurde plötzlich eine Herzmuskelentzündung festgestellt. Und die musste vor der OP ausgeheilt sein. In der Wartezeit musste Ronny nun doch noch zur Blutwäsche.

Vor vier Monaten war es endlich so weit. Erst lag Susann vier Stunden auf dem OP-Tisch, dann Ronny. „Die ersten Tage nach der OP waren schon schmerzhaft“, sagt Susann ehrlich. Auch nach drei Monaten Kur müssen sie sich noch schonen. Aber sie sind glücklich. „Für mich stand immer fest, dass ich Ronny eine Niere geben würde“, sagt Susann. Obwohl so ein schwerer Eingriff immer auch mit Risiken verbunden ist. Darüber wurde sie vorher aufgeklärt. Auch über mögliche Spätfolgen. Aber sie hatte nie Zweifel, das Richtige zu tun. Ronny: „Ich lebe jetzt viel bewusster. Ich bin meiner Schwester auf ewig dankbar.“