Dieser Mann findet verschollene Kinder wieder

29 lange Jahre suchte Andreas (58) nach seinem geliebten Sohn. Jetzt hilft er anderen Eltern, deren Kinder verschwunden sind

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Wenn Andreas Laake erfolgreich ist, liegen sich Familien nach jahrzehntelanger Trennung und seelischem Schmerz weinend vor Glück in den Armen. Und Laake (58) ist oft erfolgreich. Der Leipziger spürt Kinder auf, die die DDR-Staatsführung ihren Eltern aus politischen Gründen entrissen hat und zur Adoption freigab. Er führt Geschwister zusammen, die brutal getrennt wurden. Seine „Interessengemeinschaft gestohlene Kinder der DDR“ arbeitet ehrenamtlich und kostenfrei: durchforstet mit Betroffenen Archive, setzt sich politisch ein, um u. a. die Aufbewahrungsfristen wichtiger Dokumente zu verlängern.

Es ist das eigene Schicksal, das Laake antreibt: 1984 wollte er mit seiner damaligen, schwangeren Frau aus der DDR flüchten. „Wir wollten ein besseres Leben für Marko“, sagt er zu auf einen Blick. Doch das Paar wird erwischt. Laake kommt ins Gefängnis und seine Exfrau wird massiv bedrängt, der Adoption für Baby Marko zuzustimmen. Laake war dagegen, aber machtlos.

Nach seiner Entlassung beginnt er seine Suche – zunächst mit einem Babyfoto, das jahrelang das Einzige ist, was er vom Sohn hat. 2013, als alle Spuren ins Leere geführt haben, startet er einen Aufruf im Fernsehen. „Und da rief Marko an!“ Nach 29 Jahren! Seitdem sehen sich Vater und Sohn regelmäßig. „Wir hatten Glück und doch wurde uns fast ein ganzes Leben geklaut.“

Als der Familienvater sein Leid öffentlich macht, melden sich schon über Nacht Dutzende Menschen. „Da wurde mir erst klar: Wir sind nicht allein.“ Schätzungsweise gibt es 7000 betroffene Familien. Und es scheint, als würde Laake erst ruhen, wenn er allen geholfen hat.

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